Baukindergeld wird bis Ende März 2021 verlängert

Wie das Bundesministerium mitteilte, gilt die Frist für das Baukindergeld nicht mehr bis Ende des Jahres, sondern bis Ende März 2021. Wenn eine Familie bis dahin eine Baugenehmigung erhält oder eine Immobilie kauft, kann sie einen Antrag auf Baukindergeld  stellen.

Als Grund für die Verlängerung des Baukindergeldes nannte das Ministerium die Corona Pandemie. dadurch hätten sich Bauanträge und Kaufentscheidungen verzögert.

Mit dem Baukindergeld sollen vor allem Familie mit kleinen und mittleren Einkommen unterstützt werden, Wohnraum zu kaufen oder ein Haus zu bauen.

Wie hoch ist das Baukindergeld?

Die Höhe des Förderbetrags ist abhängig von der Anzahl der kindergeldberechtigten Kinder, die mit Ihnen unter einem Dach leben. Pro Kind unterstützt Sie die KfW zehn Jahre lang mit 1.200 Euro im Jahr. In Summe macht das 12.000 Euro, mindestens. Einer anspruchsberechtigten Familie mit zwei Kindern stehen demnach insgesamt 24.000 Euro zu.

In Bayern lebende Häuslebauer dürfen sich übrigens über etwas mehr Baukindergeld freuen: 300 Euro mehr, also 1.500 Euro jährlich, sieht der Freistaat für Alleinerziehende und Familien vor. Beantragt wird das Bayerische Baukindergeld Plus bei der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt (Bayernlabo), allerdings erst, nachdem die KfW das Baukindergeld genehmigt hat.

Ein Rechtsanspruch auf das bundesweite Baukindergeld oder das Bayerische Baukindergeld Plus besteht nicht. Gezahlt wird nur solange, wie Mittel vorhanden sind. Eingeplant hat die Große Koalition bislang 9,9 Milliarden Euro.

Wer kann das Fördergeld beantragen?

Familien, die im Förderzeitraum erstmals eine Immobilie gekauft oder gebaut haben und in deren Haushalt mindestens ein minderjähriges Kind lebt, können einen Baukindergeldantrag stellen. Als Förderzeitraum gilt der 1. Januar 2018 bis 31. März 2021. Um das Baukindergeld als Finanzspritze mitnehmen zu können, sollten Sie die Baugenehmigung oder den Kaufvertrag daher spätestens zum 31. März 2021 unterschrieben in Ihren Händen halten. Die KfW nimmt Anträge bis spätestens 31. Dezember 2023 entgegen.

Welche Voraussetzungen gelten?

Nur der Ersterwerb wird gefördert

Haben Sie bereits zuvor eine Eigentumswohnung besessen? Oder hat Ihr Partner eine Immobilie geerbt oder geschenkt bekommen? Besteht darauf ein Nießbrauchrecht? Dann können Sie kein Baukindergeld beantragen. Förderfähig sind Sie nur, wenn Sie wirklich zum ersten Mal eine Immobilie erwerben. Außerdem gibt es kein Baukindergeld, wenn Sie ein Haus kaufen, dessen Preis unterhalb des Baukindergeldzuschusses liegt.

Haushaltseinkommen darf nicht zu hoch sein

Auch das Haushaltseinkommen spielt bei der Förderung eine entscheidende Rolle. Um die staatliche Leistung in Anspruch nehmen zu können, darf Ihr jährlich zu versteuerndes Einkommen nicht über 75.000 Euro liegen. Hinzu kommt ein Freibetrag von 15.000 Euro pro Kind. Macht 90.000 Euro bei Eltern mit einem Kind. Für eine Familie mit zwei Kindern liegt die Einkommensgrenze demzufolge bei 105.000 Euro im Jahr.

Wichtig: Wenn Sie Kinder haben, kann das zu versteuernde Einkommen niedriger ausfallen als Ihr Bruttoeinkommen aufgrund des Kinderfreibetrags. Wie hoch Ihr zu versteuerndes Einkommen in den Vorjahren war, können Sie Ihrem Steuerbescheid entnehmen.

Zur Berechnung des Haushaltseinkommens zieht die KfW das Durchschnittseinkommen des vorletzten und vorvorletzten Jahres vor dem Antrag heran. Ein Beispiel: Stellen Sie 2020 einen Antrag auf Baukindergeld, dienen die Einkommenssteuerbescheide der Jahre 2018 und 2017 als Berechnungsgrundlage für das Durchschnittseinkommen.

Maßgeblich für die genauen Bedingungen des Baukindergelds sind in jedem Fall die Informationen der KfW. Wie bei anderen Programmen stellt die staatliche Förderbank auf für das Baukindergeld ein Merkblatt zur Verfügung.

Wie wird das Baukindergeld beantragt?

Das Baukindergeld beantragen Sie online im KfW-Zuschussportal. Einen Antrag können Sie allerdings erst stellen, nachdem Sie in die eigenen vier Wände gezogen sind. Als Nachweis dafür gilt das in der amtlichen Meldebestätigung angegebene Datum. Achtung: Spätestens sechs Monate nach dem amtlichen Einzug muss der Antrag bei der KfW eingegangen sein.

Nachdem Sie sich im Zuschussportal erfolgreich registriert haben, stellen Sie den Antrag. Füllen Sie das entsprechende Online-Formular aus, unter anderem müssen Sie Name, Adresse und Anzahl der Kinder angeben. Sofern alles vollständig ausgefüllt ist, Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzhinweise gelesen haben, können Sie den Antrag abschicken.

Im Anschluss erhalten Sie eine Eingangsbestätigung mit der Aufforderung, Ihre Identität per Video- oder Postident-Verfahren nachzuweisen. Außerdem werden Sie aufgefordert, alle notwendigen Nachweise hochzuladen. Erst wenn Sie Meldebestätigung, Grundbuchauszug und die Einkommenssteuerbescheide eingepflegt haben, gilt Ihr Antrag als vollständig und wird bearbeitet.

Sofern Sie förderberechtigt sind, wird Ihrem Konto der Zuschuss jährlich gutgeschrieben – zehn Jahre lang. Sollten Sie Ihre Immobilie jedoch vor Ablauf der Zehn-Jahres-Frist nicht mehr als Hauptwohnsitz oder alleinigen Wohnsitz nutzen, sind Sie verpflichtet, die KfW sofort zu informieren. Die Förderung endet dann vorzeitig.

Wie setzen Sie das Baukindergeld am besten ein?

Berücksichtigen Sie, dass das Baukindergeld nicht auf einmal ausgezahlt wird, sondern jährlich. Außerdem können Sie es erst beantragen, wenn Sie bereits eingezogen sind. Aus Sicht der Bank bedeutet das: In dem Augenblick, in dem die Bank eine mögliche Finanzierung prüft, ist das Geld noch nicht vorhanden. Und die Bank hat auch keine Garantie, dass Sie es später für die Immobilienfinanzierung einsetzen. Das Baukindergeld kann also nicht als Eigenkapital dienen. Allerdings fragen viele Banken im Rahmen der Kreditbearbeitung auch nach dem Baukindergeld. Immerhin schafft die Förderung einen zusätzlichen finanziellen Puffer.

Auch wenn Sie die Förderung erst deutlich nach dem Einzug erhalten: Sie kann dazu beitragen, dass Sie Ihren Baukredit rascher abbezahlen. Beispielsweise können Sie das Baukindergeld des ersten Jahres ansparen und dann mit Ihrer Bank vereinbaren, dass Sie regelmäßig eine höhere Kreditrate zahlen. Bei einem Kind und einem jährlichen Baukindergeld von 1.200 Euro können Sie ab dem zweiten Jahr also 100 Euro pro Monat mehr an die Bank zurückzahlen. Eine weitere Möglichkeit ist es, die jährliche Zahlung für eine Sondertilgung zu nutzen. Über beide Wege sparen Sie Zinsen und sind schneller wieder schuldenfrei.

Grundsätzlich gilt: Wollen Sie bauen oder kaufen, sollten Sie realistisch einschätzen, was Sie sich leisten können. Das ist der erste Schritt zu einer günstigen Baufinanzierung.